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Die Bahnhofsstraße in Kenn

Ein Film von Marc Steffgen

Kenn liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Trier an der römischen Weinstraße. Seine verkehrsgünstige Lage an der Autobahn A 602 hat dazu geführt, dass der Weinbauort in den vergangenen Jahrzehnten stark angewachsen ist. Neben einigen Neubaugebieten haben sich größere Unternehmen in Kenn angesiedelt. Mittlerweile leben mehr als 2500 Menschen in Kenn, doppelt so viele wie noch in den 1960er Jahren.

 

Dreh- und Angelpunkt im Ort ist die Bahnhofsstraße. Sie erinnert an die Haltestelle der legendären Moselbahn, die bis 1962 zwischen Trier und Bullay verkehrte. Die Bahnhofsstraße zeichnet aus, dass dort einige Betriebe schon seit Generationen von derselben Familie betrieben werden. Dort, wo früher das Bahnhofsgebäude war, steht die Firma Eiden. Das Unternehmen stellt Betonteile für den Tiefbau her. Nikolaus Eiden gründete die Firma in der 1930er Jahren. Fünf seiner Enkel betreiben die Firma und den Betrieb in dritter Generation. Markus Schumacher dagegen steht in der fünften Generation früh auf. Der Bäckermeister leitet mit seiner Familie von der Bahnhofsstraße aus ein Unternehmen mit 17 Filialen.

Direkt in der Nachbarschaft liegt der Friseursalon "Montse". Montserrat Lopez kam als Gastarbeiterkind Anfang der 1970er Jahre in die Gegend. Aus Andalusien hat sie neben viel Lebensfreude auch einen starken Familiensinn mitgebracht. In ihrem Salon arbeiten ihre Schwester, ihre Tochter und auch die Schwägerin. Helmut Helfen hält die Erinnerung an eine der schlimmsten Tage in der Geschichte der Bahnhofsstraße aufrecht. Der Rentner pflegt ein Kreuz, das an den schlimmen Bahnunfall 1951 erinnert. Damals kollidierte die Moselbahn mit einem Bus – 15 Menschen starben.

 

Quelle: SWR

 

Der Beitrag ist auch auf dem Online-Auftritt des SWR verfügbar.