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Die Geschichte Kenns

Es gestaltet sich immer schwierig, wenn es darum geht die Gründung von Städten und Orten sicher zu benennen. Insbesondere fällt eine Datierung schwer, wenn eine Region nachweislich auf eine so lange Tradition zurückblickt, wie die hiesige es tut. So lässt sich auch für Kenn nicht zuverlässig sagen, wann tatsächlich mit der Besiedlung begonnen worden ist.

Es ist anzunehmen, dass sich bereits ab ca. 250 v. Chr. Kelten rund um das heutige Kenn niederließen. Funde in der näheren Umgebung belegen deren Existenz. Es ist jedoch schwer nachzuweisen, ob es sich lediglich um einzelne kleine Gruppen gehandelt hat, die eventuell nur auf der Durchreise waren, oder ob vielleicht schon größere Stämme hier sesshaft wurden.

 

Gesichert ist, dass bereits vor etwa 2.000 Jahren eine ortsähnliche Ansiedlung römischen Ursprungs auf dem Terrain des heutigen Kenn entstanden ist.

Der Kenner Ortskern ist auf einem Areal gewachsen, das einen ehemaligen römischen Gutshof aus der Mitte des 2. Jahrhunderts umschließt. Im Zuge von Bauarbeiten wurden im Jahr 1987 auf einer Fläche von ca. 23 m x 4,40 m drei in einer Reihe angelegte Kellerräume dieses Gutshofes freigelegt, von denen der südliche Raum restauriert wurde und heute von außen besichtigt werden kann. Auch das 1764 erbaute Bauernhaus, das heute das Kenner Heimatmuseum beherbergt, wurde auf der 'Villa Urbana', so der Name des Gutshofes, errichtet.

Eine erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 663 datiert. Dort erwähnt ist der Name 'Cannis'. Ein Name, der aus dem Lateinischen hergeleitet werden kann und soviel wie 'Schilfufer' bedeutet.

Sehr stark geprägt wurde Kenn durch die Maximiner Zeit. Obwohl sich eine urkundliche Erwähnung von 633 als Fälschung erwies, gibt es dennoch Grund zur Annahme, dass eine Schenkung ausgedehnter Grundherrschaften mit Feldern, Wäldern und Dörfern (darunter auch Kenn bzw. Cannis) an die Abtei Maximin auf den Merovingerkönig Dagobert I (622 bis 639 n.Chr.) zurückzuführen ist. Diese Episode in der Kenner Geschichte dauerte mehrere Jahrhunderte an und endete erst mit der Säkularisation, in deren Zuge im Jahre 1802 auch die Benediktinerabtei St. Maximin aufgehoben wurde. Bereits 1797 wurde nach der Besatzung von 1794 im Frieden von Campo Formio das gesamte linke Rheinufer, somit auch die hiesige Region, zum französischen Staatsgebiet erklärt.

Die geografische Lage in einer Grenzregion sorgte immer wieder für eine gewisse Unruhe. Wechselde Machtverhältnisse waren die Folge. Viele Kriege erschütterten Kenn. Die ganze Entwicklung stellt sich als zu ausgedehnt dar, um sie im Rahmen einer Gemeindewebseite darzustellen.

Sehr umfangreich und detailliert beschreibt die Ortschronik 'Cannis - Kenn: Geschichte und Geschichten eines Moselortes' der Historikerin Beatriz Hilgers (herausgegeben 1985) die Kenner Geschichte. Das Werk ist bzw. war als Band 18 Bestandteil der Schriftreihe Ortschroniken des Trierer Landes. Diese Chronik können Sie im Gemeidebüro der Ortgemeinde Kenn zum Preis von 15,-- € erwerben. Sie sind herzlich eingeladen, sich in diese spannende Lektüre zu vertiefen.